JUBILÄUMSTAGUNG UND FEIER - RÜCKBLICK
Rückblick auf die Jubiläums-Tagung „Die Vielfalt
interkultureller Lebenswelten"
25. September 2025 | Soho Studios Wien | Eintritt frei
Liebknechtgasse 32, 1160 Wien
Am 25. September 2025 fand unsere Tagung „Die Vielfalt interkultureller Lebenswelten“ in den SOHO Studios, im 16. Bezirk statt.
Hier finden Sie eine Fotozusammenstellung der Tagung.
Fachkräfte aus Wissenschaft, Beratung, Psychotherapie und Sozialer Arbeit sind zusammengekommen, um sich über aktuelle Herausforderungen und Ressourcen interkultureller Familienrealitäten auszutauschen.
In den Vorträgen, Workshops und Diskussionen wurde deutlich, wie sensibel und differenziert Beratung und Unterstützung für interkulturelle Paare und Familien gestaltet sein müssen: So wurden kultursensible Beratungsansätze ebenso vorgestellt wie Praktiken zur Förderung von Resilienz, Mehrsprachigkeit, Selbstreflexion und Identitätsstärkung –
besonders mit Blick auf Frauen, Paare, Kinder und Jugendliche. Weitere Themen waren der Umgang mit Rassismus, die Stärkung familiärer Ressourcen, rechtliche Hürden in binationalen Familien sowie die Bedeutung von professioneller, antirassistischer und kultursensibler Haltung und Methodenkompetenz in der Beratung.
Unser Ziel war es, die Lebensrealitäten bikultureller Paare und Familien sichtbar zu machen, den interdisziplinären Austausch zu fördern und eine nachhaltige Wissensvermittlung für Fachkräfte zu ermöglichen. Mit der Tagung und dem anschließenden Abendprogramm wurde außerdem das 30-jährige Bestehen der FIBEL und die große Expertise unseres Vereins gefeiert.
9.30 | Begrüßung und Einführung
Nurten Yilmaz, ehemalige Nationalratsabgeordnete und Mitbegründerin der FIBEL
Sylvia Leodolter, Vorstandsvorsitzende der FIBEL
10:00 | Keynote: Interkulturelle Lebenswelten aus familiensoziologischer Sicht
Univ.-Prof. in Dr. in Ulrike Zartler, Professorin für Familiensoziologie am Institut für Soziologie an der Universität Wien
11:30 | Herausforderungen & Ressourcen interkultureller Paare und Familien –
Perspektiven aus 30 Jahren FIBEL
Mag. a Stanislava Schraufek Merdinger, Klinische Psychologin, Psychotherapeutin und Paartherapeutin, seit 2014 in der Beratungsstelle FIBEL tätig
12:00 | Zwischen Gesetz und Realität: Rechtliche Aspekte in der
Familienzusammenführung
Mag. a Alice Klein, Juristin, seit 2019 ehrenamtlich im Verein Ehe ohne Grenzen und seit 2024 Mitarbeiterin der Beratungsstelle FIBEL
14:00 | Workshoprunde 1
Arbeit mit interkulturellen Paaren: Beziehungen leben & gestalten
Mag. a Magdalena Ségur-Cabanac, Psychotherapeutin für Integrative Gestalttherapie, Internal Family Systems Therapy sowie Paar- und Sexualtherapie in Wien
Arbeit mit interkulturellen Familien: Resilienz & Vielfalt stärken
Yeter Eksi, Sozialpädagogin bei der Kinder- und Jugendhilfe der Stadt Wien (MA 11) und interkulturelle Trainerin
Mehrsprachigkeit & Identität(en) in interkulturellen Familien
Mag. a Zwetelina Ortega, Sprach- und Literaturwissenschaftlerin, Autorin und Expertin für Mehrsprachigkeit sowie Gründerin des Beratungszentrums LINGUAMULTI
16:00 | Workshoprunde 2
Arbeit mit Third Culture Kids: Identitäten & Zugehörigkeit formen
Parissima Taheri-Maynard, MA MSc, Psychologin, Lebens- und Sozialberaterin in Ausbildung unter Supervision und Gründerin der Plattform „Wir sind auch Wien“
Rechtliche Herausforderungen für binationale Paare & zugewanderte Frauen
Mag. a Gertrud Schmutzer, Kultur- und Sozialanthropologin, Kommunikationswissenschaftlerin, 30 Jahre Beraterin bei FIBEL, aktuell Freischaffende in der interkulturellen Bildungsarbeit
Raum für das „Anderssein“: Mit Focusing neue Perspektiven entdecken
Meike Rugenstein, MA, Medizinhistorikerin, Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision und Focusing-Trainerin
18:00 | Abendprogramm
Ab 18 Uhr startete das Abendprogramm mit einer Präsentation über die 30-jährige Geschichte der FIBEL in Zahlen und einer anschließenden Ehrung der Vorstandsfrauen des Vereins. Das gemütliche Ausklingen des Abends fand bei Brötchen, Torte und Live-Musik von Célia Mara & Band statt.
Hier finden Sie einen Überblick über das Programm.
Durch die spannenden Inputs und Diskussionen auf der Tagung sind weiterführende Fragen für mögliche Forschungsprojekte entstanden:
- Wie wirken sich unterschiedliche kulturell geprägte implizite Beziehungsskripte, soziale Erwartungen und Familienmodelle auf Bindungsstile, Konfliktdynamik und Beziehungssicherheit in bikulturellen Partnerschaften aus?
- Wie beeinflussen Sprachbarrieren das Kommunikationsverhalten von bikulturellen Paaren, und welche mehrsprachigen oder nonverbalen Techniken tragen zur Verbesserung der Beziehungsgestaltung bei?
- Welche Auswirkungen haben Verzögerungen und Unsicherheiten in fremdenrechtlichen Verfahren auf das familiäre Zusammenleben und die psychische Gesundheit bikultureller Familien?
- Welche Folgen haben Machtungleichgewichte in bikulturellen Beziehungen durch strukturelle Faktoren wie Fremdenrecht oder ökonomische Abhängigkeit?
- Welche Formen von Alltagsrassismus und institutioneller Diskriminierung erleben bikulturelle Paare und Familien (in Wien), und wie wirken sich diese Erfahrungen auf das familiäre Zusammenleben und die mentale Gesundheit aus?
- Welche beraterischen/psychotherapeutischen Interventionen stärken die interkulturelle Identität eines Paares als gemeinsame Ressource, und wie wirkt sich diese Ressourcenaktivierung auf Paarzufriedenheit und Resilienz aus?
- Welche Faktoren fördern die Resilienz von „Third Culture Kids“ im urbanen Raum Wien?
- Wie beeinflusst Mehrsprachigkeit die Identitätsentwicklung von Kindern aus interkulturellen Familien, und welche Unterstützungsformen benötigen Eltern zur Förderung einer stabilen sprachlich-kulturellen Identität?
- Welche Beratungsinterventionen und therapeutischen Ansätze werden von Fachkräften als besonders wirksam erlebt, um interkulturelle Paare und Familien im Umgang mit Konflikten, Ressourcen und strukturellen Belastungen zu unterstützen?
- Welche präventiven, kultursensiblen Beratungs- und Therapieangebote unterstützen bikulturelle Paare und Familien in Österreich am wirksamsten dabei, frühe Konfliktdynamiken zu erkennen und Beziehungskompetenzen aufzubauen, bevor diese zu chronischen Belastungen führen?
DANKE FÜRS DABEISEIN!
Mit vielen wertvollen Impulsen, praktischen Tools und neuen Perspektiven blicken wir auf einen inspirierenden Tag zurück. Wir bedanken uns bei allen Vortragenden für ihre Zeit, ihre Expertise und die spannenden Inputs sowie bei Celia Mara & Band, die den Abend mit ihrer musikalischen Begleitung wunderbar bereichert haben.
Danke an alle, die als Teilnehmer*innen bei der Tagung und/oder bei der Feier am Abend dabei waren für das große Interesse an den Themen, den offenen Austausch und die wunderschöne Stimmung. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen bei zukünftigen FIBEL-Veranstaltungen!
Ein großer Dank geht auch an unsere Fördergeber:



Bezirksvertretung – Ottakring, Bezirksvorsteherin Stefanie Lamp
Der Künstler Robert Hammerstein hat FIBEL einige seiner Werke gestiftet. Diese wurden auf der Tagung ausgestellt und konnten gegen eine Spende erworben werden.
Einige der Bilder stehen immer noch zur Verfügung. Bei Interesse können Sie sich gerne bei uns melden unter
Auch FIBEL ist von den aktuellen Sparmaßnahmen betroffen. Jede Unterstützung hilft uns, weiterhin für unsere Klient*innen und ihre Interessen da zu sein. Unsere Empfehlung für eine Spende pro Bild liegt bei 40 Euro (das entspricht einem Mitgliedsbeitrag für ein Jahr), aber wir freuen uns über jede Spende – egal in welcher Höhe.
Hier finden Sie einen Rückblick in Bildern!

